Vita

Julian Prégardien wurde 1984 in Frankfurt geboren und erhielt seine erste musikalische Bildung in den Chören der Limburger Dommusik. Nach Studien in Freiburg und im Rahmen der Académie des Opernfestivals von Aix-en-Provence war er von 2009 bis 2013 Ensemblemitglied an der Oper Frankfurt. Parallel entwickelte sich seine internationale Konzerttätigkeit, überwiegend mit Vertretern der sogenannten historischen Aufführungspraxis. Bereits 2008 arbeitete er erstmals mit René Jacobs zusammen, nahm mit dem französischen Ensemble La Chapelle Rhénane eine vielbeachtete Johannespassion auf CD auf und debütierte am Theater an der Wien (Gluck Ezio) sowie an der Opéra de Monte Carlo (Haydn L’infedeltà delusa). Erste Liederabende führten ihn zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern (Junge Elite), zum Menuhin Festival Gstaad (Jeunes Étoiles) und zum Rheingau Musikfestival. 2010 war er zum ersten Mal Solist einer Europa-Tournée des Collegium Vocale Gent und Concerto Köln mit Bachs Weihnachtsoratorium.

Inzwischen ist der Tenor ein international herausragender Vertreter der jungen Sänger-Generation. In den letzten Jahren debütierte er beim Festival d’Aix-en-Provence, an der Hamburgischen und an der Bayerischen Staatsoper sowie an der Opéra Comique in Paris. Bei den Salzburger Festspielen ist er seit 2015 regelmäßig als Konzertsänger zu Gast, 2018 folgt sein szenisches Debüt als Narraboth in Richard Strauss Salome in der Regie von Romeo Castellucci mit den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Franz Welser-Möst.

Regelmäßige Einladungen zu seinen Orchestern in Montreal und Hamburg verbinden ihn mit dem Dirigenten Kent Nagano, mit dem er auch an der Seite seines Vaters Christoph Prégardien in der Titelpartie eine konzertante Aufführung von Mozarts Idomeneo gemeinsam mit Concerto Köln realisierte.

Mit René Jacobs und Christophe Rousset musizierte er bisher in zahlreichen Projekten barockes und klassisches Opern- und Konzert-Repertoire von Lully, Charpentier, Rameau, Carissimi, Pergolesi, Bach und Mozart.

Mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks spielte er die Evangelistenpartien der Johannes- und Matthäuspassion ein (mit Concerto Köln), 2018 singt er auf Tournee Bachs Weihnachtsoratorium (mit dem Kammerorchester Basel). Im November 2018 leitet er eine Meisterklasse (Bach Johannespassion) in Kooperation mit dem Montreal Bach Festival und der McGill University, der Université de Montréal und dem Conservatoire de Musique.

Einen besonderen Schwerpunkt der künstlerischen Tätigkeit Julian Prégardiens bilden Liederabende und Kammermusikprojekte. Beispielsweise war er an der Gesamtaufführung aller Lieder von Franz Schubert bei der Schubertiade in Hohenems/Schwarzenberg, in der Wigmore Hall London und im neuen Boulezsaal Berlin beteiligt. Gemeinsam mit seinem Vater und dem Ensemble Anima Eterna unter Leitung von Jos van Immerseel stellte er ein Monteverdi-Programm mit Auszügen aus den Opern Ulisse und Orfeo, sowie Madrigalen zusammen und gastierte damit u.a. bei den Salzburger Pfingstfestspielen, bei den Dresdner Musikfestspielen und im Chateau de Versailles.

In der Saison 2018/2019 gibt er Liederabende mit den Pianisten Kristian Bezuidenhout, Michael Gees, Martin Helmchen, Eric le Sage, Rudi Spring und Lars Vogt.

Daneben hat Julian Prégardien die Medienplattform P.RHÉI ins Leben gerufen und veröffentlicht dort ein Editionsprojekt, das die Aufführungspraxis und Interpretationsgeschichte von Franz Schuberts Liedzyklus Winterreise beleuchtet. Teil dieses Projektes ist auch eine Einspielung der „komponierten Interpretation“ der Winterreise von Hans Zender (UA 1993), die 2018 vom Label Alpha Classics international veröffentlicht wird.

Im November 2017 wurde Julian Prégardien auf eine Professur für Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München berufen. Er ist Mitglied des Schumann-Netzwerkes und Förderer des Singpatenprogramms Canto elementar.

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